Musikalische Erkenntnisse auf dem Blauen Sofa Salzburg
Salzburg, 11. August 2010
Bei der Diskussion zum Thema „Die Musik verschwindet. Die Krise der Musikerziehung“ auf dem Blauen Sofa in Salzburg am 03. August waren sich die Experten einig: „Wir brauchen mehr Musik für unsere Kinder“. Sehen Sie hier ein Live-Video mit den wichtigsten Momenten des Gespräches.
Welche Bedeutung hat das Erlernen eines Instruments für die Erziehung? Über diese Frage sprachen Mitte vergangener Woche mehrere Experten auf dem wohl reisefreudigsten Möbelstück vom Club: Das Blaue Sofa. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Tatsache, dass immer weniger Eltern – und damit gleichzeitig immer weniger Kinder – selbst singen oder überhaupt Volks-, Weihnachts- und Kirchenlieder beherrschen, auch wenn nach einer Statistik des Deutschen Musikrates jeder fünfte Deutsche selbst musiziert. „Nicht genug“, urteilten die Experten auf dem Blauen Sofa und forderten mehr Musik für unsere Kinder.
Musikalische Früherziehung entscheidend

Konkret sei das frühere Erlernen eines Instruments dabei wichtiger als das theoretische Wissen. „Probieren geht über Studieren“, meinte beispielsweise Schauspieler Peter Jordan. Matthias Schulz, Konzert- und Medienreferent der Salzburger Festspiele, ergänzte, dass Kinder beim Musizieren wichtige Tugenden wie das „Durchhaltevermögen, bis ein Stück schön klingt“ erwerben. Er plädierte für die klassische musikalische Früherziehung, da sich bis zum fünften Lebensjahr die Synapsen im Gehirn vernetzten – und dies sei entscheidend für das Musikhören. Diplom-Psychologin Annette Lepenies, gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“, pflichtete ihm bei: Wenn ein Kind zu häufig den Tonfolgen simpler Populärmusik ausgesetzt sei, könne es später musikalische Feinheiten nicht mehr wahrnehmen. Lepenies berichtete von einer weiteren Erkenntnis ihrer Stiftungsarbeit: Musikerziehung befördere insbesondere auch die soziale Integration von Migrantenkindern. Wenn beispielsweise türkische Kids vor 500 Eltern, Lehrern und Freunden Musik spielen würden, flößen „Tränen der Rührung“, so Lepenies.
Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck von der interessanten Diskussion und sehen Sie einen Videoausschnitt aus dem Experten-Gespräch: http://www.youtube.com/watch?v=eji1kJ_ONnQ
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